Vor der Vermittlung legen wir Ihnen unbedingt unser Infoblatt ans Herz, welches Sie aufmerksam lesen sollten. Dieses beinhaltet einige wichtige Tipps und Tricks zur erfolgreichen Adoption eines Tierschutzhundes.

Eigenartiges Verhalten:

Wenn Ihr neuer Mitbewohner von seiner Pflegestelle bei Ihnen einzieht braucht er erstmal Ruhe und eine gewisse Eingewöhnungszeit. Geben Sie ihm Zeit. Nach der Reise und der Umstellung brauchen unsere Schützlinge meistens 2 Wochen um richtig "anzukommen". Also keine Angst, wenn der Hund am Anfang etwas neben sich steht. Einige unserer Vierbeiner haben keine schönen Erfahrungen gemacht. Im Alltag kann es also sein, dass Ihr Schützling vor gewissen Dingen Angst hat oder unerwartet reagiert. Haben Sie daher ein wenig Verständnis und gewöhnen Sie Ihren Hund ganz langsam an Dinge die ihm Probleme bereiten.

Bei Durchfall:

Durch den Stress der Reise kann es passieren, dass Ihr Schützling Durchfall hat. Dies ist bedingt durch die Aufregung, Klimawechsel, Stress und Futterwechsel nicht selten. Wir empfehlen dafür die Morosuppe (Möhrensuppe). Dazu können Sie einfach Möhren klein schneiden, über 2 Stunden kochen lassen und dann pürieren (genaues Rezept im Internet). Oder Sie kaufen fertige Möhrengläschen für Babys. Diese Suppe geben Sie ihrem Hund dann einfach als Futterersatz über ein paar Tage lang. Wenn der Durchfall weiter anhalten sollte und er eventuell Blut, Schleim oder irgendetwas unnormales aufweist, dann kontaktieren Sie bitte zuerst uns. Wir besprechen dann gemeinsam, was man unternehmen kann. Es ist leider auch nicht selten, dass unsere Hunde Giardien haben. Dies sind Einzeller die sich im Dünndarm befinden. Wo viele Hunde sind, verbreiten sich diese Einzeller sehr schnell. Dies ist aber auch kein Problem und kann ganz einfach mit einer geeigneten Wurmkur behandelt werden.

Stubenreinheit:

Eine Sache die unseren Vierbeinern in neuer Umgebung manchmal schwer fällt. Selbst wenn die Hunde in ihrer Pflegestelle bereits Stubenrein waren, ist dies keine Garantie, dass sie es bei Ihnen auch sind. Für Ihren Vierbeiner ist alles neu und aufregend. Daher nehmen Sie sich Zeit und bestrafen Sie ihren Neuankömmling nicht. Loben Sie ihren Vierbeiner ganz überschwänglich, wenn er draußen sein Geschäft verrichtet. Manchmal kann es etwas länger dauern, bis ein Hund dies lernt, also bleiben Sie geduldig. Wenn Sie hierbei Tipps oder Hilfe benötigen, haben wir selbstverständlich immer ein offenes Ohr für Sie.

Mittelmeerkrankheiten:

Bei den Mittelmeerkrankheiten handelt es sich um bestimmte Krankheiten die vermehrt im Mittelmeerraum auftreten. Dazu gehören Leishmaniose, Babesiose, Ehrlichiose, Borreliose, Dirofilariose sowie Anaplasmose. Die Übertragung dieser Krankheiten erfolgt ausschließlich durch Insekten, nämlich durch Mücken und Zecken, die sich mittlerweile auch in Deutschland aufhalten. Haben Sie keine Angst vor diesen Krankheiten. Sie sind alle behandelbar und Ihr Vierbeiner kann damit problemlos leben. Unsere Hunde werden nur bei Auffälligkeiten im Ausland gegen Mittelmeerkrankheiten getestet. Falls, dadurch bekannt, eine Erkrankung vorliegt werden Sie also im Vorwege darüber informiert. Wir empfehlen bei allen Hunden nach 6 Monaten ein großes Blutbild, einen Mittelmeercheck und einen Test auf Herzwürmer zu machen. Nach diesen 6 Monaten Aufenthalt in Deutschland kann nämlich erst ein eindeutiges Ergebnis erzielt werden.

Gassi gehen:

Die Sicherheit unserer Vierbeiner liegt uns ganz besonders am Herzen, daher achten Sie bitte darauf, dass der Hund in den ersten Wochen an der Leine gehen muss. Sichern Sie Ihren Schützling daher mit einer Doppelverschnallung am Geschirr und Halsband. Zudem empfehlen wir ein Sicherheitsgeschirr, aus diesem sich der Hund nicht so schnell herauswinden kann. Noch können Sie Ihren Hund nicht einschätzen und wissen nicht wie er in bestimmten Situationen reagiert wie z.B. bei Autos, Bussen, Knallkörpern, Kindern etc. Nach einer Eingewöhnungsphase empfehlen wir mit einer Schleppleine zu arbeiten. Diese kann der Hund selber ziehen und sie können schnell auf die Leine treten wenn es brenzlig wird. Bitte verwenden Sie zum Spazieren gehen keine Flexi-Leinen. Dies hat einen ganz einfachen Grund: der schwere Griff der Flexi-Leine kann schnell aus der Hand fallen. Wenn dies passiert, fällt die Leine mit einem lauten Knall auf den Boden, der Hund erschreckt sich fürchterlich und wird das weiter suchen. Da die Flexi-Leine dann hinter dem Hund her poltert, wird dieser auch nicht aufhören zu rennen. Solch eine Situation möchten wir tunlichst vermeiden. Wenn Sie mit Ihrem Vierbeiner Auto fahren empfehlen wir eine Hundebox oder aber das "Anschnallen" bzw. festbinden an der Rückbank. Wenn Sie den Kofferraum dann öffnen, kann Ihr Liebling nicht aus dem Auto springen und ist somit gesichert.

Sicherheit ist wichtig - Tractive GPS:

Leider mussten wir in der Vergangenheit schon einige schlechte Erfahrungen mit entlaufenen Hunden machen. Die Vierbeiner kommen in eine neue Familie, sind verwirrt und wollen zurück zu ihrer Pflegestelle oder erschrecken sich und laufen davon. Die kleinen Akrobaten können sich, wenn sie wollen, dabei leider sogar aus einem Sicherheitsgeschirr herauswinden. Ob Pflegestelle oder Endstelle - keiner möchte schlaflose Nächte wegen eines vermissten Hundes. Leider kann es auch passieren, wenn man noch so viel Hundeerfahrung hat. Deshalb werden schüchterne Hunde immer mit einem GPS Gerät vermittelt. Dieses dient keinesfalls der Überwachung sondern lediglich dazu den Hund schnell zu orten, wenn er entwischen sollte. Wir denken, dass dies im Interesse aller liegt! Das Tractive GPS sollte für ca. 4 Wochen an ihrem Schützling bleiben. Es ist ganz einfach am Geschirr oder Halsband zu befestigen. Grundsätzlich ist es auch möglich direkt ein eigenes GPS Gerät zu kaufen um dieses für Ihren Vierbeiner zu verwenden.

Unser Ernährungstipp:

Leider haben die meisten unserer Streuner in ihrem Leben auf der Straße oder im Tierheim kein besonders gutes Futter bekommen. Damit Ihr Liebling bei Ihnen nun lange fit und gesund bleibt, möchten wir an dieser Stelle noch ein paar Gedanken und Empfehlungen zur Hundeernährung loswerden. Wir füttern unseren Hunden ein hochwertiges Trockenfutter, bewusst ohne Getreide. Denn Getreide, welches leider in vielen Futtersorten in Massen enthalten ist, kann Allergien hervorrufen. Klar kann ein Hund mal Nudeln oder Reis fressen, aber dann lieber so, dass Sie es selbst dosieren können. Schauen Sie sich die Deklaration Ihres Futters genau an, denn oft wird man von schönen Bildern auf der Vorderseite der Tüte/Dose ins Irre geführt. Ein hochwertiges Futter hat einen hohen prozentualen Fleischanteil und enthält bestenfalls keine tierischen Nebenerzeugnisse. Mit kleinen Zusatzfuttermitteln kann man ebenfalls bei vielen Dingen entgegenwirken. Hier eine Liste von Mittelchen die uns im Laufe unserer Zeit oft geholfen haben:

Bierhefe (Vitamin B) für starkes Fell und Knochen, stärkt das Immunsystem
Hagebuttenschalen (Vitamin C) Stärkung des Immunsystems
MSM (Schwefel) für Gelenke, Bindegewebe, hilft bei Allergien, Parasiten
Siliziumpulver Entgiftung, Stärkung des Immunsystems, Regenerierung Bindegewebe
Kollagen für Knochen, Knorpel, Haut und Haare
Grünlippmuschelpulver für die Gelenke (bei Gelenkserkrankungen/-problemen, hoher Aktivität, alten Hunden, Schnellwüchsigkeit)
Hochwertige Öle (Omega-3-Fettsäuren) für das Immunsystem, glänzendes Fell und Zellaufbau
Morosuppe bei Durchfall