Worüber Sie sich vor der Adoption eines Tieres Gedanken machen sollten

Vor der Vermittlung legen wir Ihnen unbedingt unser Infoblatt ans Herz, welches Sie aufmerksam lesen sollten. Dieses beinhaltet einige wichtige Tipps und Tricks zur erfolgreichen Adoption eines Tierschutzhundes.

Ein neuer Hund zieht ein...

Die neue Fellnase wird zunächst sehr verwirrt sein, denn der Hund kennt Sie nicht und er weiß nicht, dass Sie sein "Retter" sind. Lassen Sie Ihrem neuen Schützling also Zeit und bestürmen Sie ihn nicht gleich bei der ersten Begegnung mit Liebkosungen oder ständigen Ansprachen. Ruhige Zuwendung ist hier die richtige Herangehensweise. Nach der Reise und der Umstellung brauchen unsere Schützlinge meistens 2 Wochen um richtig "anzukommen". Also keine Angst, wenn der Hund am Anfang etwas neben sich steht. Halten Sie bitte auch Ihre Nachbarn und Verwandten davon ab, sofort zur Begrüßung des neuen Mitbewohners vorbeizukommen, sondern gewähren Sie dem Hund einige Tage Eingewöhnungszeit, bevor neue Gesichter auftauchen. Er hat schon genug Neues zu verarbeiten. Der neue Mitbewohner muss behutsam an den neuen Lebensalltag gewöhnt werden. Unsere Hunde kommen aus der Pampa, kennen also einfach nichts. Im Alltag kann es also sein, dass Ihr Schützling vor gewissen Dingen Angst hat oder unerwartet reagiert. Dazu können Rollläden, Staubsauger, Straßen, Treppen, Fernseher, Geschirrspüler und vieles mehr gehören. Haben Sie daher ein wenig Verständnis und gewöhnen Sie Ihren Hund ganz langsam an Dinge die ihm Probleme bereiten. Nicht Sie, sondern Ihr Hund mit seinen individuellen Gegebenheiten bestimmt das Tempo der Eingewöhnung! Achten Sie dazu bitte auf Ihre Körpersprache. Verängstigen Sie den Hund nicht dadurch, dass Sie laut auf ihn einreden, frontal auf ihn zugehen, ihn anstarren oder sich über ihn beugen. Oft haben die Hunde kaum Erfahrungen mit Menschen gemacht und müssen nun erst langsam Vertrauen fassen. Denken Sie immer daran: Der Hund weiß nicht, dass Sie sein "Retter" sind! Geben Sie Ihrem Hund einen Ruheplatz, an den er sich zurückziehen kann und an dem er sich sicher fühlt. Niemand sollte ihn da stören, auch Kinder müssen davon abgehalten werden. Aber bitte vergessen Sie nicht, die Erziehung des Hundes beginnt dennoch sofort. Zeigen Sie dem Hund was nicht erlaubt ist - liebevoll aber dennoch konsequent. Werden Unarten erst Wochen oder Monate akzeptiert, kann man diese nur schwer wieder korrigieren. Eine gute Erziehung ist wichtig für ein gutes und entspanntes Zusammenleben. Ein kleiner Tipp: setzen Sie sich mit der Familie im Vorwege zusammen und entscheiden was der Hund darf und was nicht. Dann weiß jeder in der Familie welche Regeln einzuhalten sind! Geduld heißt hier das Zauberwort!

Würmer und Giardien

Durch den Stress der Reise kann es passieren, dass Ihr Schützling Durchfall hat. Dies ist bedingt durch die Aufregung, Klimawechsel, Stress, Parasiten und Futterwechsel nicht selten. Es ist leider auch nicht selten, dass unsere Hunde Giardien oder Würmer haben. Giardien sind Einzeller die sich im Dünndarm befinden. Wo viele Hunde sind, verbreiten sich diese Einzeller sehr schnell (ähnlich wie im Kindergarten mit den Läusen ). Bitte kein Drama! Parasiten sind eklig, aber für niemanden lebensgefährlich. Wir sind uns sicher: 90% aller Lebewesen haben Giardien. Behandelt werden müssen diese, wenn sie krank machen also der Hund Durchfall, Blut oder Schleim im Stuhlgang hat. Wir empfehlen in der ersten Woche nach der Vermittlung drei verschiedene Kot Haufen des neuen Familienmitgliedes beim Tierarzt abzugeben und einmal auf Würmer und Giardien kontrollieren zu lassen. Trotz Entwurmung bleibt bei unseren Hunden leider immer noch mal ein Bestand an Würmern nach. Sollten die Giardien sehr hartnäckig sein und trotz mehrfacher Behandlung nicht verschwinden, kontaktieren Sie uns gerne. Jeder Hund hat mal Durchfall. Dafür empfehlen wir die Morosuppe (Möhrensuppe). Dazu können Sie einfach Möhren klein schneiden, über 2 Stunden kochen lassen und dann pürieren (genaues Rezept im Internet). Oder Sie kaufen fertige Möhrengläschen für Babys. Diese Suppe geben Sie ihrem Hund dann einfach als Futterersatz über ein paar Tage lang. Sollte der Durchfall anhalten, fahren Sie natürlich zum Tierarzt.

Stubenreinheit:

Eine Sache die unseren Vierbeinern in neuer Umgebung manchmal schwer fällt. Selbst wenn die Hunde in ihrer Pflegestelle bereits Stubenrein waren, ist dies keine Garantie, dass sie es bei Ihnen auch sind. Für Ihren Vierbeiner ist alles neu und aufregend. Daher nehmen Sie sich Zeit und bestrafen Sie ihren Neuankömmling nicht. Loben Sie ihren Vierbeiner ganz überschwänglich, wenn er draußen sein Geschäft verrichtet. Manchmal kann es etwas länger dauern, bis ein Hund dies lernt, also bleiben Sie geduldig. Wenn Sie hierbei Tipps oder Hilfe benötigen, haben wir selbstverständlich immer ein offenes Ohr für Sie.

Mittelmeerkrankheiten:

Bei den Mittelmeerkrankheiten handelt es sich um bestimmte Krankheiten die vermehrt im Mittelmeerraum auftreten. Dazu gehören Leishmaniose, Babesiose, Ehrlichiose, Borreliose, Dirofilariose sowie Anaplasmose. Außerdem Haut- und Herzwürmer. Die Übertragung dieser Krankheiten erfolgt ausschließlich durch Insekten, nämlich durch Mücken und Zecken, die sich mittlerweile auch in Deutschland aufhalten. Sie sollten keine Angst vor diesen Krankheiten haben, diese aber auch nicht auf die leichte Schulter nehmen. Sie sind behandelbar und Ihr Vierbeiner kann bei frühzeitiger Diagnose mit den meisten Krankheiten normal weiterleben. Unsere Hunde werden in der Regel im Ausland auf Mittelmeerkrankheiten getestet. Dies ist aber leider kein 100%-iger Nachweis! Die Inkubationszeit dieser Krankheit kann teilweise bis zu 6 Monate andauern, so dass eine Krankheit auch später noch ausbrechen kann. Wir empfehlen dringend bei allen Hunden nach 3-6 Monaten Aufenthalt in Deutschland ein großes Blutbild, einen Mittelmeercheck und einen Test auf Herzwürmer in Form einer PCR-Analyse zu machen. Nach diesen 3-6 Monaten Aufenthalt in Deutschland kann nämlich erst ein eindeutiges Ergebnis erzielt werden. Tipp: Da viele Tierärzte in Deutschland noch nicht richtig mit den Krankheiten vertraut sind, kontaktieren Sie bitte immer uns, falls ein Ergebnis positiv sein sollte. Wir selber haben bereits Erfahrungen mit diesen Krankheiten!

Gassi gehen:

Die Sicherheit unserer Vierbeiner liegt uns ganz besonders am Herzen, daher achten Sie bitte darauf, dass der Hund in den ersten Wochen an der Leine gehen muss. Sichern Sie Ihren Schützling daher mit einer Doppelverschnallung am Geschirr und Halsband. Zudem empfehlen wir ein Sicherheitsgeschirr, aus diesem sich der Hund nicht so schnell herauswinden kann. Noch können Sie Ihren Hund nicht einschätzen und wissen nicht wie er in bestimmten Situationen reagiert wie z.B. bei Autos, Bussen, Knallkörpern, Kindern etc. Nach einer Eingewöhnungsphase empfehlen wir mit einer Schleppleine zu arbeiten. Diese kann der Hund selber ziehen und sie können schnell auf die Leine treten wenn es brenzlig wird. Bitte verwenden Sie zum Spazieren gehen keine Flexi-Leinen. Dies hat einen ganz einfachen Grund: der schwere Griff der Flexi-Leine kann schnell aus der Hand fallen. Wenn dies passiert, fällt die Leine mit einem lauten Knall auf den Boden, der Hund erschreckt sich fürchterlich und wird das weiter suchen. Da die Flexi-Leine dann hinter dem Hund her poltert, wird dieser auch nicht aufhören zu rennen. Solch eine Situation möchten wir tunlichst vermeiden. Wenn Sie mit Ihrem Vierbeiner Auto fahren empfehlen wir eine Hundebox oder aber das "Anschnallen" bzw. festbinden an der Rückbank. Wenn Sie den Kofferraum dann öffnen, kann Ihr Liebling nicht aus dem Auto springen und ist somit gesichert.

Sicherheit ist wichtig - Tractive GPS:

Leider mussten wir in der Vergangenheit schon einige schlechte Erfahrungen mit entlaufenen Hunden machen. Aktuell ist Facebook mal wieder voll mit Vermissten-Meldungen! Das soll uns nicht passieren. Die Vierbeiner kommen in eine neue Familie, sind verwirrt und wollen zurück zu ihrer Pflegestelle oder erschrecken sich und laufen davon. Die kleinen Akrobaten können sich, wenn sie wollen, dabei leider sogar aus einem Sicherheitsgeschirr herauswinden. Ob Pflegestelle oder Endstelle - keiner möchte schlaflose Nächte wegen eines vermissten Hundes. Leider kann es auch passieren, wenn man noch so viel Hundeerfahrung hat. Deshalb werden schüchterne Hunde immer mit einem GPS Gerät vermittelt. Dieses dient keinesfalls der Überwachung sondern lediglich dazu den Hund schnell zu orten, wenn er entwischen sollte. Wir denken, dass dies im Interesse aller liegt! Das Tractive GPS sollte für ca. 4 Wochen an ihrem Schützling bleiben. Es ist ganz einfach am Geschirr oder Halsband zu befestigen. Grundsätzlich ist es auch möglich direkt ein eigenes GPS Gerät zu kaufen um dieses für Ihren Vierbeiner zu verwenden.

Die Hausleine

Im Haus tragen unsere Hunde eine sogenannte Hausleine. Gerade in der Anfangszeit nach dem Wechsel vom rumänischen Zwinger in eine Wohnung in Deutschland, kommen unsere Vierbeiner nicht gut "an die Hand". Bedeutet, dass sie sich nicht gerne anfassen und so auch nicht anleinen lassen - schließlich sind wir Menschen erstmal völlig Fremde. Einige Hunde verkriechen sich unter dem Sofa oder Bett. Wenn man nun versucht den Hund hervorzuziehen oder zu greifen kann dies eine bedrohliche Situation für den Neuankömmling sein. Hat man nun eine Hausleine (dünnes, leichtes Stoffband mit Karabiner an dem Geschirr des Hundes) befestigt, muss man nicht ins Geschirr oder Halsband fassen. Sondern man nimmt das Ende der Hausleine auf und holt die Fellnase damit zu sich. Packt man einfach ins Geschirr oder Halsband, gibt es Hunde die sich fürchterlich erschrecken und in Panik verfallen. Nicht selten schnappen einige Hunde dann auch in die Richtung der Hand, da sie um ihr Leben bangen. Alle unsere Hunde vermitteln wir vorerst mit der Verpflichtung eine Hausleine am Hund zu belassen.

Entgiftung mit CD Vet

Da unsere Hunde in ihrer Vergangenheit eine Batterie an Medikamenten verkraften mussten, empfehlen wir alle Hunde prophylaktisch zu entgiften und die Darmflora aufzubauen. Wenn unsere Hunde in Deutschland ankommen haben sie bereits die Kastration, mehrere Impfungen und die Entwurmung und Entflohung hinter sich. Je nach Ausmaß wird die Entwurmung oder Entflohung in den Pflegestellen wiederholt. Dazu kommt meist eine schlechte Ernährung über Jahre hinweg. Die Darmflora hat also eine Menge mit gemacht, dabei ist sie der Dreh- und Angelpunkt eines gut funktionierenden Organismus. Nachdem Ihr Schützling sich also bei Ihnen eingelebt hat, raten wir zu einer Entgiftung mit CdVet. Wir persönlich haben damit schon tolle Erfahrungen gemacht, besonders auf Hinsicht von Allergien. Futterunverträglichkeiten oder andere Allergien liegen gerade zu im „Trend“. Leider zeigt unsere Erfahrung, dass Medikamente wie Apoquell und Cortison die Hunde nur in einen Kreislauf einer immer schlimmeren Allergie treiben. Denn Medikamente bekämpfen meist nur die Symptome, nicht aber die Ursache. Die Ursache einer Allergie sind kleine Löcher in den Darmwänden, die Schadstoffe in den Körper dringen lassen. Dies wiederum verursacht in den meisten Fällen das Jucken der Haut. Mit der Entgiftung und dem Aufbau der Darmflora hingegen haben viele unserer Adoptanten großartige Erfolge erzielt! Für Informationen, wendet euch gerne direkt an CdVet oder aber gerne auch an uns.

Unser Ernährungstipp:

Damit Ihr Liebling lange fit und gesund bleibt, möchten wir an dieser Stelle noch ein paar Gedanken und Empfehlungen zur Hundeernährung loswerden. Wir füttern unseren Hunden ein hochwertiges Trockenfutter, bewusst ohne Getreide. Denn Getreide, welches leider in vielen Futtersorten in Massen enthalten ist, kann Allergien hervorrufen. Klar kann ein Hund mal Nudeln oder Reis fressen, aber dann lieber so, dass Sie es selbst dosieren können. Schauen Sie sich die Deklaration Ihres Futters genau an, denn oft wird man von schönen Bildern auf der Vorderseite der Tüte/Dose in die Irre geführt. Ein hochwertiges Futter hat einen hohen prozentualen Fleischanteil und enthält bestenfalls keine tierischen Nebenerzeugnisse. Barfen ist die natürlichste und oft gesündeste Variante seinen Hund zu ernähren – auch Giardien bleiben dann meist fern. Generell können Giardien durch eine Kohlenhydratfreie Ernährung ausgehungert werden. Unser Trockenfutter-Tipp: Wolfsblut, Wildkind Unser Nassfutter-Tipp: Granatapet (Lieblingsmahlzeit), Terra Canis

Bierhefe (Vitamin B) für starkes Fell und Knochen, stärkt das Immunsystem
Hagebuttenschalen (Vitamin C) Stärkung des Immunsystems
MSM (Schwefel) für Gelenke, Bindegewebe, hilft bei Allergien, Parasiten
Siliziumpulver Entgiftung, Stärkung des Immunsystems, Regenerierung Bindegewebe
Kollagen für Knochen, Knorpel, Haut und Haare
Grünlippmuschelpulver für die Gelenke (bei Gelenkserkrankungen/-problemen, hoher Aktivität, alten Hunden, Schnellwüchsigkeit)
Hochwertige Öle (Omega-3-Fettsäuren) für das Immunsystem, glänzendes Fell und Zellaufbau
Morosuppe bei Durchfall